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Seit Januar 2017 ist das MüZe Süd in das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus aufgenommen und wird zusammen mit unserem Programmpartner Gebrüder Schmid Zentrum / Sozialamt der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.

 

Die Teilnahme am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus ist für das MüZe ein folgerichtiger Entschluss. Wir leben seit mehr als 20 Jahren das Miteinander im offenen Treff, die Idee der gemeinsamen Lebensgestaltung auch über Generationen und Kulturen hinweg ist ein Grundstein der Mütterzentrumsbewegung. In den letzten Jahren ist aufgrund der politischen Lage noch ein weiterer Schwerpunkt hinzugekommen. Immer mehr Menschen mit Fluchterfahrung leben in unserem Stadtteil. Wir wünschen uns, auch neu zugezogenen Familien und insbesondere Frauen und ihren Kindern das Zentrum als Wohnzimmer mit all seinen Möglichkeiten zu öffnen.

Mit der Teilnahme am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus haben wir daher ein Tandemprojekt entwickelt, das nun seit April 2017 umgesetzt wird.

Menschen mit Fluchterfahrung arbeiten gemeinsam als Tandem mit ansässigen Ehrenamtlichen mit und ohne Migrationshintergrund in allen Bereichen des Hauses mit. Eine Mitarbeit ist u. a. möglich an den Cafétheken der beiden offenen Treffs im Haus, in der Kinderbetreuung, im hauseigenen Second-Hand-Laden oder im Garten.

Beide Tandempartner_innen werden begleitet und geschult. Dies fördert ein neues Lern- und Erfahrungsfeld für beide Seiten. Es ermöglicht Integration sowie Begegnung und gemeinsames formelles und informelles Lernen auf Augenhöhe.

Die gemeinsame Gestaltung eines Angebots im Haus ermöglicht es beiden Tandempartner_innen nicht nur den Stadtteil aktiv mitzugestalten, sondern auch eigene Perspektiven für ein unabhängiges Leben in unserer Gesellschaft zu entwickeln. Dies unterstützt insbesondere Menschen, die Migration oder Flucht erlebt haben, bei der Bewältigung der eigenen Geschichte.

Über die gemeinsame, sinnstiftende Arbeit erfahren die Menschen Selbstwirksamkeit, erleben Gemeinschaft und werden selbst zu Brückenbauer_innen für neu Hinzugezogene.

Ein besonderes Augenmerk richten wir durch gezielte Ansprache auf Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, die aufgrund der Betreuung ihrer Kinder z.B. nicht an Sprachkursen teilnehmen können. Kinder gehören bei uns selbstverständlich dazu und werden gut betreut.

Wir freuen uns, von- und miteinander unsere Horizonte zu erweitern und uns immer wieder neu in unseren Erfahrungen und Vorstellungen zu hinterfragen und uns und unser Zentrum neu zu erfinden.